Über Mich

Armin Staudt

Wenn Du in einer Sache Meister geworden bist, kannst Du es in jeder werden. (Miyamoto Musashi)

Als ich dies verstanden hatte, war mein Leben sehr viel einfacher. Mit vielen Talenten geschlagen habe ich mein Leben lang immer wieder neue „Sachen“ gelernt. Dabei geht es aber nicht um die „Sache“, sondern um die Art des Weges zur Meisterschaft.

Meine erste Karriere begann ich als Musiker und Gitarrenlehrer, damals noch im Rheinland und mündete für mich 1989 als ich nach Berlin übersiedelte. Kurz zuvor hatte ich meine erste Einzelausstellung in einer Düsseldorfer Galerie und ging diesen Weg, als ich nach Berlin kam zunächst als einzigen weiter.

Parallel zu meinen Ambitionen als Musiker und Maler hat mich seit dem 6ten Lebensjahr der Kampfsport begleitet. Zunächst Judo, dann eher martialischere Arten bis ich in Berlin 1992 mit Aikido begann. zZ. habe ich den 3 Dan-Aikido und unterrichte Aikido seit gut 18 Jahren, wobei ich mich in den letzten 6 Jahren auf den Unterricht für Kinder spezialisiert habe.

1997 machte ich eine Ausbildung zum Zenkörpertherapeuten, begann mit der Zenmeditation und zog mich langsam aus dem Kunstbetrieb zurück. Es folgten Jahre, in denen ich intensiv Körpertherapie (in eigener Praxis, heißt es so schön), Zenmeditation und Aikido praktizierte.

1998, parallel dazu begann ich freiberuflich als Softwareentwickler und Grafker für einen großen berliner Verlag zu arbeiten. Obwohl ich schon Jahre vorher kleinere Aufträge für Flyer etc., damals noch auf dem Powerbook 100 machte und Photoshop seit der Version 2 kenne und hie und da eine Schulung für Photoshop, Quark XPress abhielt begann ich erst hier tiefer in die Materie einzusteigen. Diese Tätigkeit führte ich dann etwa 12 Jahre aus.

Dies war sehr gut, nicht nur finanziell gesehen, da 2000 mein erstes von zwei Kindern geboren wurde und sich, wie viele aus eigener Erfahrung wissen, dass Leben dann sehr stark verändern kann. Als 2006 meine Frau aus unbekannten Gründen starb und ich alleinerziehender und zudem selbstständiger Vater von zwei Kindern war – was für eine Minderheit – begann ich eine Sache, die ich schon sehr lange ausübte zum Beruf zu machen.

 

Was hat das alles mit Fotografie zu tun?

Ich fotografiere schon so lange, wie ich gemalt habe, quasi, seit ich 12 Jahre alt war. All die oben genannten „Sachen“, die ich gelernt habe, helfen mir bei der Fotografie. Die Malerei bei der Komposition und dem „Auge“. Als Aikidolehrer und Körpertherapeut im Umgang mit „Modellen“/Menschen. Jeder weiß, wie schwer es ist, vor der Kamera ein authentisches Gefühl auszudrücken. Und meine Jahre als Grafiker/Webdesigner bei der Bearbeitung der Bilder. Und all dies zusammen bei der Art und Weise, wie ich zB. Photoshop unterrichte.

Seit 2010 wurde ich bei den größeren Stock-Agenturen angenommen, kümmere mich aber erst seit 2013 intensiver darum. Während der Tätigkeit als Grafiker habe ich täglich viele dieser „Stock-Fotos“ verarbeitet und war mit gewissen Vorurteilen an die Sache herangegangen. Inzwischen habe ich aber eine ganze Menge hervorragender Fotos bei diesen Agenturen gesehen und diese an Leute zu verkaufen, die sie brauchen, ist gewiss keine Schande.

Für mich kristallisieren sich immer mehr bestimmte Bereiche der Fotografie heraus. Dennoch glaube ich mit meinem reichen Erfahrungsschatz aus fast jeder Situation etwas herausholen zu können. Auch Kunst hat mit der „Sache“ nichts zu tun, sondern eher mit der Art und Weise, wie man an sie herangeht. Und dies beherzige ich auch ganz besondern bei der Art und Weise, wie ich unterrichte.

Armin Staudt, Berlin 2014